Spuren der Vergangenheit
Der größte Reichtum der Schlesischen Beskiden war jahrhundertelang Holz und die Goralen galten als Zimmermannmeister. Es wundert also nicht, dass die Schönheit der Beskiden in Holz verzaubert ist. Um den Geruch von alten Dachschindeln zu spüren und sich von der Baukunst der ehemaligen Baumeister verzaubern zu lassen, müssen Sie sich auf den Wanderweg der Holzarchitektur begeben. In den Beskiden sind folgende Holzarchitektur-Denkmäler zu sehen:
- Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Szczyrk;
- St.Anna-Kirche in Ustroń-Nierodzim;
- das ehemalige hölzerne Habsburger-Jagdschloss in Wisła;
- Heilig-Kreuz-Kirche in Wisła-Łabajów;
- Kapelle St. Hedwig von Schlesien am Zadni Groń in Wisła-Czarne;
- Pfarrkirche Muttergottes von Fatima in Istebna-Stecówka;
- St. Joseph-Kirche in Istebna-Mlaskawce;
- die Votivkapelle der Konarzewski-Familie in Istebna-Andziołówka;
- Heilig-Kreuz-Kirche in Istebna-Kubalonka;
- Holzhäuser in Istebna-Zentrum und in benachbarten Weilern;
- Volkskunstausstellungen in Regionalstuben von Maria Gwarek, Helena i Mieczysław Kamieniarz und Tadeusz Rucki in Koniaków.
Zu den größten Touristenattraktionen in Szczyrk zählt das Marienheiligtum „Na Górce”, obwohl die Kirche nicht alt ist – sie wurde in den Jahren 1948-53 erbaut. Nach Volksüberlieferung sollen hier ein paar Mädchen Maria-die Mutter Gottes gesehen haben. Im Hauptaltar hängt das Gemälde, das die Mariaerscheinung der Mädchen darstellt. Das Innere der Kirche ist aus Holz hergestellt. Nicht weit vom Gotteshaus befindet sich auch eine Grotte mit einer sprudelnden Wunderquelle. Um das Marienheiligtum kümmern sich die Salesianerpriester.
In der Gemeinde Istebna (außer den oben genannten Holzdenkmälern) ist die Pfarrkirche "Zum Guten Hirten" aus dem 18. Jahrhundert sehenswert, geschmückt von lokalen Künstlern: Ludwik Konarzewski - Senior, Jan Wałach, Ludwik Konarzewski - Junior, sowie Maria und Jolanta Konarzewski. Die Bilder von Jan Wałach kann man auch in der St. Bartholomäus-Kirche in Koniaków und in der St. Peter und Paul-Kirche in Jaworzynka bewundern.
Eine echte Sehenswürdigkeit in der Gemeinde Brenna ist der Jagdhof „Konczakówka”, erbaut in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Brunon Konczakowski. Das Gebäude wurde von einheimischen Zimmerleuten aus Bohlen ohne einen einzigen Nagel errichtet. Zum Bau wurde nur speziell aus den Alpen importiertes Zirbelkieferholz und Lärchenholz verwendet. Der Jagdhof wurde im Alpenstil mit seinen typischen Merkmalen erbaut: Fenster mit geschnitzten Rahmen und geschmückten Fensterläden und eine hölzerne Galerie. Das Hofinnere ist im Jagdresidenz-Stil eingerichtet – hier dominieren Jagdtrophäen, Zeichnungen und Stiche von Jagd- und Tiermotiven. Im Hof befindet sich nur ein geringer Teil der Sammlung des ehemaligen Besitzers; wertvolle Exponate werden im Wawel-Museum in Kraków, im Stadtmuseum in Cieszyn und im Polnischen Armee-Museum in Warszawa aufbewahrt. Neben dem Jagdhof steht die aus Sandstein gebaute St. Hubertus-Kapelle (einst vom Kardinal Adam Sapieha geweiht) mit einem schönen Glasfenster mit dem Abbild des Patrons der Jäger. Seit 1989 befindet sich hier das Schulungs- und Erholungszentrum des Forstamtes Ustroń.
Wenn man in der Gemeinde Brenna unterwegs ist, soll man auch die Allerheiligen-Kirche aus dem 15. Jahrhundert in Górki Wielkie besuchen – eine der ältesten Kirchen im Teschener Schlesien. In der Kirche ist eine spätgotische Sakristeitür mit dem Wappen der Familie Górecki zu sehen. Auf einer kleinen Erhebung neben der Kirche liegt der katholische Friedhof, wo u.a. Zofia Kossak, ihr Ehemann Zygmunt Szatkowski, ihr Sohn Juliusz und ihr Vater Tadeusz bestattet wurden.
Zu den bedeutendsten Baudenkmälern in Ustroń zählen: die römisch-katholische St. Clemens-Kirche (1788 geweiht, im spätbarocken Stil gebaut; im Inneren fallen die Kanzlei, das Taufbecken und das Abbild von St. Clemens auf) und die 1835 erbaute evangelisch-augsburgische Apostel Jakobus-Kirche. Im Altar ist ein Gemälde mit der Darstellung des Letzten Abendmahls von J. Stetke zu sehen. Einen Besuch wert ist auch der Steinaltar aus dem 17. Jahrhundert auf dem Berg Równica (am rot markierten Wanderweg), wo sich die damals verfolgten Lutheraner versammelten und heimliche Gottesdienste abhielten.




